Radio Signal Explorer 1

Willkommen in der faszinierenden Welt der Funktechnik. Die Grundlagen der Funktechnik wurden von einigen wenigen Pionieren gelegt: James Clerk Maxwell entwickelte die Theorie elektromagnetischer Wellen, Heinrich Hertz wies sie erstmals experimentell nach, und Guglielmo Marconi machte sie für die praktische Kommunikation nutzbar. Auch Nikola Tesla trug mit seinen Arbeiten zu Hochfrequenz und drahtloser Energieübertragung entscheidende Ideen bei. Diese Forscher bereiteten gemeinsam den Weg für die moderne Funktechnik.

hobby kurzwelle

Zunächst schauen wir uns an, woraus die Funktechnik besteht. Da sind ziemlich viele neue Begriffe, die du aber in dieser übersichtlichen Darstellung in Ruhe studieren und dich mit ihnen vertraut machen kannst. Lass dir Zeit. Es sind wirklich viele Informationen. Du musst sie dir nicht alle auf einmal merken.

Frequenzbereiche

1 MHz (Megahertz) = 1000 kHz (Kilohertz)

Die Frequenzbereiche werden sauber getrennt und haben eine entsprechende Bezeichnung.

Bereich Abkürzung Frequenz Wellenlänge Typische Nutzung
Very Low Frequency VLF 3–30 kHz 100–10 km U-Boot-Kommunikation, Navigation, Zeitzeichen, Industrie
Langwelle LW 30–300 kHz 10–1 km Rundfunk (früher), Navigationsfunk
Mittelwelle MW 300–3000 kHz 1–0,1 km Rundfunk, DX, maritime Dienste
Kurzwelle HF 3–30 MHz 100–10 m Internationale Rundfunkdienste, Amateurfunk, Militär
Very High Frequency VHF 30–300 MHz 10–1 m UKW-Radio, Flugfunk, Seefunk, Amateurfunk (2m/6m)
Ultra High Frequency UHF 300–3000 MHz 1 m – 10 cm BOS-Funk, PMR, DVB-T, Mobilfunk


Betriebsarten

USB = Upper Side Band (oberes Seitenband) - LSB = Lower Side Band (unteres Seitenband)

Die Betriebsarten haben unterschiedliche Eigenschaften und werden deshalb für unterschiedliche Einsatzbereiche verwendet.

Modus Bedeutung Typische Nutzung Eigenschaften
AM Amplitudenmodulation Rundfunk LW/MW/SW Einfach, anfällig für Störungen
SSB (USB/LSB) Einseitenbandmodulation Amateurfunk, Marine, Flug Sehr effizient, schmalbandig
FM Frequenzmodulation VHF-Radio, Flugfunk (teilweise AM), PMR Sehr gute Audioqualität
CW Morse Amateurfunk, Navigation Extrem schmalbandig, gute Reichweite
DSB Doppelseitenband Professionelle Kommunikation Heute selten
Digitalmodi FT8, RTTY, PSK31, DRM Amateurfunk, Rundfunk Sehr robust, extrem effektiv

Frequenzbänder

Mit den Frequenzbändern werden bestimmte Bereiche entsprechend ihrer Wellenlänge zusammengefasst.

Band (Meter) Frequenzbereich Typische Nutzung Tages-/Nachteffekt
120 m 2.3–2.5 MHz Rundfunk Nacht
90 m 3.2–3.4 MHz Rundfunk Nacht
80 m 3.5–4.0 MHz Amateurfunk Nacht
49 m 5.9–6.2 MHz Rundfunk Nacht
40 m 7.0–7.3 MHz Amateurfunk Tag/Nacht
31 m 9.4–9.9 MHz Rundfunk Tag/Nacht
20 m 14.0–14.35 MHz Amateurfunk Tag
19 m 15.1–15.8 MHz Rundfunk Tag
10 m 28–29.7 MHz Amateurfunk Tag (bei Solarmaximum fantastisch!)

Empfang auf Kurzwelle (wann am besten?)

Der Empfang auf Kurzwelle ist abhängig von der Frequenz, der Uhrzeit und der Sonnenaktivität (Weltraum Wetter). Darüber hinaus gibt es noch Faktoren aus der direkten Umgebung des Empfängers wie elektrische Störungen oder fehlerhafte Kabel, Verbindungen etc.

Weltraum Wetter

weltraum wetter
Kurzwellenband Frequenzbereich (MHz) Tag Abend Nacht
80 m 3,5 – 4,0 mittel gut sehr gut
60 m 4,75 – 5,06 mittel gut sehr gut
49 m 5,9 – 6,2 gut sehr gut mittel
41 m 7,1 – 7,3 sehr gut gut mittel
31 m 9,4 – 9,9 sehr gut sehr gut gut
25 m 11,6 – 12,1 gut sehr gut gut
22 m 13,5 – 13,8 gut sehr gut mittel
19 m 15,1 – 15,9 sehr gut sehr gut gut
16 m 17,5 – 17,9 sehr gut gut mittel
13 m 21,45 – 21,85 gut mittel schlecht
11 m 25,6 – 26,1 mittel schlecht sehr schlecht
10 m 28 – 29,7 gut bei Sporadic-E schlecht schlecht

Wann welche Betriebsarten und warum?

Einsatzgebiet Ideal geeignet Warum
Rundfunk hören AM, DRM Klassisches MW/LW/SW – digital glasklar
Amateurfunk weltweit SSB (USB/LSB) Weitreichend + schmalbandig
Lokalfunk / UKW FM (UKW) Höchste Audioqualität
Morse CW Beste Reichweite bei schlechtesten Bedingungen
Digitalbetrieb FT8, RTTY, PSK Extrem effektiv, selbst bei Rauschen

Empfang ohne eigenen Empfänger

Du kannst dich langsam an die verschiedenen Themen der Funktechnik herantasten auch ohne eigenen Empfänger. Es gibt sogenannte "WebSDR" (SDR = Software Defined Radio), das sind Empfänger von Privatleuten oder Universitäten, die du über das Internet fernsteuern kannst, als wäre es dein eigenes Radio. Cool oder? Hier eine Tabelle mit frei verfügbaren WebSDR Empfängern:

Name / Portal Beschreibung
KiwiSDR (öffentliche Liste) Weltweit betreutes Netzwerk mit vielen Empfängern (HF, VHF etc.); interaktive Karte listet hunderte öffentlich verfügbare SDRs. (kiwisdr.com)
WebSDR (Projekt der Univ. Twente u.a.) Klassisches Web‑SDR — besonders bekannt und stabil für Kurzwelle und HF‑Bänder. (websdr.org)
DARC (WebSDR‑Linkseite) Linkübersicht zu internationalen und deutschen SDR‑Servern, inklusive Angaben zu verfügbaren Bändern. (darc.de)
RX‑TX Info / SDR‑Empfänger‑Karte Interaktive Karte mit weltweit registrierten WebSDR/S­DR‑Empfängern — ideal, um gezielt nach Band, Region oder SDR‑Typ zu suchen. (fparc.uk)
Receiverbook.de Deutsche (und internationale) SDR‑Empfänger im Verzeichnis; gute Anlaufstelle, wenn man eine Web‑SDR in der Nähe oder mit bestimmten Bändern sucht. (receiverbook.de)

Übungen mit dem WebSDR

  1. Rufe den WebSDR der Universität Twente auf. Er empfängt sehr gut auf Kurzwelle (auch Mittelwelle und Langwelle) ► WebSDR starten
  2. ► Starte Audio
  3. Schau dir die Programmoberfläche in Ruhe an. Identifiziere das violette Wasserfalldiagramm, die Frequenzeingabe, die Auswahl der Betriebsarten (AM, USB, LSB etc.) und die Filtersektion. Ganz rechts das schwarze Feld zeigt die Signalstärke an.
  4. websdr-1
  5. Wechsle auf die Betriebsart AM, indem du auf den Button klickst. Gib in das Frequenzfenster 11.880 ein (Tag) oder 6070 (Abend). Falls dort gerade nichts empfangen wird, klicke unter dem Wasserfall auf einen aktiven Sender (helle Färbung).
  6. Zoome weiter rein: halte den Mauszeiger über das Wasserfalldiagramm und drehe am Mausrad. Die kleinen Sendermarkierungen werden besser lesbar.
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  8. Ändere die Frequenz mit der Maus. Ziele mit der Maus auf den mittleren gelben Marker (nicht rechts oder links davon) und drehe am Mausrad. Die Frequenz ändert sich.
  9. Ändere die Filterbreite von 9 kHz auf einen kleineren Wert (narrower) und umgekehrt (wider). Beobachte, wie sich Rauschen und Sprachqualität ändert. Rechts von der Frequenzeingabe findest du den Filterblock.

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