Die wichtigsten Begriffe dieser Seite kurz und ohne Fachwissen erklärt.
- Weltraumwetter
- Veränderungen im erdnahen Weltraum, die vor allem durch die Sonne verursacht werden. Sie können Funk, Navigation, Satelliten und Stromnetze beeinflussen.
- NOAA / SWPC
- Die US-Wetter- und Ozeanbehörde NOAA betreibt das Space Weather Prediction Center (SWPC). Von dort stammen die Live-Daten und Vorhersagen dieses Monitors.
- SUVI
- Solar Ultraviolet Imager. Ein Instrument auf NOAA-Wettersatelliten, das die Sonne im extremen Ultraviolett beobachtet.
- 304 Å (Ångström)
- Eine Wellenlänge des extremen Ultravioletts. Das 304-Å-Bild macht Strukturen der oberen Sonnenatmosphäre sichtbar, die das menschliche Auge nicht sehen kann.
- Sonnenwind
- Ein ständiger Strom elektrisch geladener Teilchen von der Sonne. Typische Geschwindigkeiten liegen bei einigen hundert Kilometern pro Sekunde.
- Interplanetares Magnetfeld (IMF)
- Das Magnetfeld der Sonne, das mit dem Sonnenwind in den Weltraum getragen wird und mit dem Erdmagnetfeld wechselwirken kann.
- Bt
- Die Gesamtstärke des interplanetaren Magnetfelds am Messpunkt. Angegeben wird sie in Nanotesla (nT).
- Bz (GSM)
- Die Nord-Süd-Komponente des interplanetaren Magnetfelds. Ein länger deutlich negatives, also südwärts gerichtetes Bz erleichtert die Kopplung mit dem Erdmagnetfeld.
- GSM
- Geocentric Solar Magnetospheric: ein Koordinatensystem, mit dem die Richtung von Magnetfeldern relativ zu Erde und Sonne beschrieben wird.
- nT · Nanotesla
- Einheit für sehr schwache Magnetfelder. Ein Nanotesla entspricht einem Milliardstel Tesla.
- Magnetosphäre
- Der vom Erdmagnetfeld beherrschte Raum um die Erde. Er schirmt einen großen Teil der geladenen Teilchen aus dem Sonnenwind ab.
- Kp-Index
- Globaler Kennwert von 0 bis 9 für die geomagnetische Aktivität. Je höher Kp, desto stärker ist das Erdmagnetfeld gestört. Ab Kp 5 beginnt die NOAA-Stufe G1.
- G1–G5
- NOAA-Skala für geomagnetische Stürme: G1 bedeutet gering, G5 extrem. Mögliche Folgen reichen von Polarlicht bis zu Störungen technischer Systeme.
- R1–R5 / Radio Blackout
- NOAA-Skala für durch starke solare Röntgenstrahlung verursachte HF-Funkausfälle auf der sonnenbeschienenen Erdseite. R1 ist gering, R5 extrem.
- S1–S5 / Solar Radiation Storm
- NOAA-Skala für erhöhte energiereiche Teilchenstrahlung. Sie ist besonders für Satelliten, Raumfahrt und Polarregionen relevant.
- F10.7 / Solarer Radiofluss
- Messung der Radiostrahlung der Sonne bei 10,7 cm Wellenlänge (2800 MHz). Sie dient als guter Indikator für die allgemeine Sonnenaktivität und Ionisierung der oberen Atmosphäre.
- SFU
- Solar Flux Unit, die Einheit des F10.7-Werts. Höhere Werte gehen häufig mit stärkerer Ionisierung und besseren Möglichkeiten auf höheren Kurzwellenbändern einher.
- Ionosphäre
- Elektrisch geladene Schichten der oberen Erdatmosphäre. Sie können Kurzwellen zurück zur Erde brechen und ermöglichen dadurch Funkverbindungen über große Entfernungen.
- HF / Kurzwelle
- High Frequency, international 3–30 MHz. In der Amateurfunkpraxis werden die klassischen Bänder von 80 bis 10 Metern betrachtet; das 160-m-Band liegt formal knapp darunter im MF-Bereich.
- Funkband / Meterband
- Ein festgelegter Frequenzbereich. Bezeichnungen wie 20 m oder 40 m beziehen sich ungefähr auf die zugehörige Wellenlänge.
- DX
- Funkverkehr über große Entfernungen. Auf Kurzwelle sind solche Verbindungen durch Reflexion bzw. Brechung an der Ionosphäre möglich.
- VHF / UHF
- Very High Frequency und Ultra High Frequency. Diese höheren Frequenzen verhalten sich anders als Kurzwelle und werden vom Weltraumwetter meist weniger direkt beeinflusst.
- GPS / GNSS
- Satellitennavigationssysteme. GNSS ist der Oberbegriff; GPS ist das US-System. Störungen der Ionosphäre können Laufzeitfehler und damit Positionsfehler vergrößern.
- L-Band
- Mikrowellen-Frequenzbereich, in dem unter anderem GPS und andere Satellitennavigationssysteme senden.
- LEO
- Low Earth Orbit: niedrige Erdumlaufbahn. Bei starker Sonnenaktivität kann sich die obere Atmosphäre ausdehnen und den Luftwiderstand für LEO-Satelliten erhöhen.
- GEO
- Geostationäre Erdumlaufbahn in rund 35.786 km Höhe. Satelliten erscheinen von der Erde aus an einer festen Position am Himmel.
- Satcom
- Abkürzung für Satellitenkommunikation. Besonders Verbindungen über Polarregionen können bei starkem Weltraumwetter beeinträchtigt werden.
- Polarlicht / Aurora
- Leuchterscheinungen, wenn energiereiche Teilchen in die obere Atmosphäre gelangen. Bei stärkeren geomagnetischen Stürmen kann die Polarlichtzone weiter nach Süden reichen.
- Polarverbindungen
- Funk- oder Flugverbindungen über hohe geografische Breiten. Dort sind geomagnetische und Teilchenstörungen häufig besonders ausgeprägt.
- Drag
- Luftwiderstand auf Satelliten. Eine aufgeheizte und ausgedehnte obere Atmosphäre kann LEO-Satelliten stärker abbremsen und ihre Umlaufbahn verändern.
- Geomagnetisch induzierte Ströme
- Elektrische Ströme, die bei schnellen Änderungen des Erdmagnetfelds in langen Leitern entstehen können, beispielsweise in Stromnetzen.