MODEL D · SYNTHESIZER

Model-D-Architektur · Mono / Poly Online Simulation

Online Simulation des Minimoog Model D. Kostenlos und ohne Anmeldung. Kerniger Mono Sound optional auch polyphon. Mit Piano Roll für kreative Patterns, die auf Festplatte gespeichert werden können. Sounds experimentell erstellen und abspeichern oder als Sample exportieren und in der DAW weiter verwenden. Mit ausführlicher Anleitung der etwas anderen Synthesizer Architektur. Website von Moog :: Musikhaus ThomannMoog Synthesizer :: Midi Keyboards :: Thomann Hotdeals (Provisionslinks = kein Unterschied für euch, kleiner Bonus für den Entwickler)

ANALOG SIGNAL PATH

Controllers

10%
50%
20%

Oscillator Bank

OSC 1
50%
85%
OSC 2
54%
76%
OSC 3
47%
62%

Mixer

0%
18%
24%

Filter

58%
24%
65%
50%

Contours

Filter Contour

8%
36%
34%

Loudness Contour

3%
34%
72%
24%

Effekte

Chorus

22%
28%
38%

Delay

20%
32%
26%

Reverb

18%
42%

Output

78%

Piano Roll · Zufallsmodi

Keyboard

MIDI: nicht verbunden

Voice Mode: MONO entspricht dem klassischen Model D. POLY 4 und POLY 8 erlauben Akkorde mit bis zu 4 bzw. 8 Stimmen. PC-Tastatur: A W S E D F T G Z H U J K · deutsche QWERTZ-Anordnung · Oktave wirkt auf Bildschirm- und PC-Tastatur sowie auf die Wiedergabe des Piano-Roll-Patterns. MIDI-Keyboards senden ihre tatsächliche MIDI-Note.

Piano Roll

Keine Note ausgewählt

Presets

Pattern & Schnellablage

Pattern = nur Piano Roll. Preset = Synth-Konfiguration inklusive Effekte. Schnell speichern = Pattern + Preset im Browser. Die aktuellen Einstellungen werden automatisch lokal wiederhergestellt. JSON-Dateien werden direkt auf deinem Rechner gespeichert und geladen.

MODEL D · KURZANLEITUNG FÜR SYNTHESIZER-ERFAHRENE

Den Model D verstehen

Diese Anleitung erklärt nicht die Grundlagen der subtraktiven Synthese, sondern die Eigenheiten dieses Instruments. Der klassische Model-D-Gedanke ist ein fester Signalweg: drei Oszillatoren werden im Mixer kombiniert, durch das charakteristische Tiefpassfilter geführt und anschließend über die Loudness-Contour geformt. Viele typische Klänge entstehen weniger durch komplexe Modulation als durch Pegel, Verstimmung, Filterfahrt und Spielweise.

1 · Signalweg des Model D

OSC 1–3 → Mixer → Filter → Loudness → Effekte → Output. Das ist die wichtigste Orientierung. Anders als bei einem modularen Synthesizer ist dieser Weg fest verdrahtet. Beginne beim Programmieren eines Klangs deshalb links mit den Oszillatoren und arbeite dich zum Filter und zu den Contours vor.

Monophon bedeutet: Es erklingt jeweils eine Tonhöhe. Das begünstigt Bass- und Lead-Spiel sowie gleitende Übergänge mit Glide.

2 · Oscillator Bank: 32' bis 2'

Die drei VCOs sind das klangliche Fundament. Range bezeichnet die Fußlage nach Orgeltradition: 8' ist die normale Lage, 16' klingt eine Oktave tiefer, 32' zwei Oktaven tiefer; 4' und 2' liegen eine bzw. zwei Oktaven höher.

Tune verstimmt einen Oszillator relativ zur Grundtonhöhe. Kleine Abweichungen zwischen OSC 1 und OSC 2 erzeugen die typische lebendige Schwebung. Große Abweichungen eignen sich für Intervalle oder bewusst instabile Klänge. Level ist nicht nur Lautstärke: hoher Oszillatorpegel fährt die nachfolgenden Stufen kräftiger an und verändert damit den Charakter.

3 · OSC 3 als Besonderheit

Beim historischen Model D übernimmt OSC 3 auch Aufgaben, für die moderne Synthesizer meist einen separaten LFO besitzen. LFO bedeutet Low Frequency Oscillator: ein langsam schwingender Oszillator zur Modulation statt zur direkten Tonerzeugung.

OSC 3 → Mod aktiviert ihn als Modulationsquelle. Mit Mod Amount bestimmst du die Stärke. In dieser Browser-Version kann OSC 3 zugleich im Audiomix bleiben. Für klassische Vibrato- oder Filterbewegungen OSC 3 sparsam einsetzen.

4 · Mod Mix und Noise

Mod Mix bestimmt die Mischung der verfügbaren Modulationsquellen. Noise → Mod verwendet Rauschen als Modulator. Noise ist ein zufälliges, breitbandiges Signal; als Modulationsquelle erzeugt es keine regelmäßige Schwingung, sondern rauere, instabilere Veränderungen.

Für einen klassischen, kontrollierten Klang Modulation zunächst niedrig halten. Der Model D lebt oft stärker von manueller Artikulation und Filterbewegung als von permanenten Modulationen.

5 · Mixer, Drive und Feedback

Im Model-D-Konzept ist der Mixer Teil der Klangformung. Mehr Pegel bedeutet nicht zwangsläufig nur mehr Lautstärke, sondern kann die Filterstufe kräftiger anfahren. Drive bildet diese Sättigung in der Software gezielt nach.

Feedback lehnt sich an den bekannten Trick an, den Ausgang wieder in den External Input eines Minimoog zu führen. Kleine Werte verdichten den Klang; hohe Werte können Resonanz, Bass und Verzerrung drastisch verstärken. Bei starkem Feedback Master zunächst reduzieren.

6 · Ladder-Filter, Cutoff und Emphasis

Das berühmte Model-D-Filter ist ein steiles resonanzfähiges Tiefpassfilter. Cutoff ist die Grenzfrequenz: oberhalb davon werden Frequenzen zunehmend gedämpft. Emphasis ist die historische Moog-Bezeichnung für Resonanz, also die Anhebung im Bereich der Cutoff-Frequenz.

Hohe Emphasis lässt den Filterton deutlich hervortreten. Beim Original kann das Filter bei starker Resonanz selbst schwingen. Für typische Bässe funktionieren oft mittlere Cutoff-Werte mit eher moderater Emphasis besser als extreme Resonanz.

7 · Filter Contour und Keyboard Ctrl

Contour bedeutet beim Model D Hüllkurve. Die Filter Contour bewegt den Cutoff nach jedem Anschlag. Attack bestimmt die Anstiegszeit, Decay die Abfallzeit und Sustain den gehaltenen Pegel. Der Regler Contour in der Filtersektion bestimmt, wie stark diese Hüllkurve auf das Filter wirkt.

Keyboard Ctrl entspricht Keyboard Tracking: höhere gespielte Noten öffnen das Filter stärker. Das verhindert beispielsweise, dass ein Bass-Patch in höheren Lagen übermäßig dumpf wird.

8 · Loudness Contour

Die Loudness Contour ist die Lautstärkehüllkurve. Beim klassischen Model D arbeitet sie mit Attack, Decay und Sustain; das Release-Verhalten war historisch an die Decay-Funktion gekoppelt. Diese Software bietet Release separat, damit sich das Instrument im Browser komfortabler spielen und sequenzieren lässt.

Kurzes Attack und kurzes Decay ergeben perkussive Bässe. Mehr Sustain eignet sich für Leads. Längeres Release lässt Noten überlappen und kann zusammen mit Delay oder Reverb den Gesamtpegel deutlich erhöhen.

9 · Glide und monophones Spiel

Glide, auch Portamento genannt, lässt die Tonhöhe von der vorherigen zur nächsten Note gleiten, statt unmittelbar zu springen. Das ist ein wesentlicher Bestandteil vieler klassischer Model-D-Leads.

Für Basslinien wenig oder kein Glide verwenden. Für expressive Leads einen kleinen bis mittleren Wert wählen und gebundene Tonfolgen spielen. Zu viel Glide macht schnelle Sequenzen schnell undeutlich.

10 · Drei typische Ausgangspunkte

Bass: OSC 1 auf 16', OSC 2 auf 8' oder 16' leicht verstimmt, Cutoff eher niedrig, wenig Emphasis, kurze Filter-Contour. Lead: zwei Oszillatoren auf 8' leicht gegeneinander verstimmen, Cutoff weiter öffnen, etwas Glide und Sustain. Brass-artig: Sägezähne kombinieren, Filter-Attack leicht erhöhen und mit mittlerem Decay zurücknehmen.

Die Werkspresets sind gute Ausgangspunkte. Lade eines und verändere zunächst nur Cutoff, Contour, Emphasis und die Oszillator-Level; so wird die Model-D-Logik schnell hörbar.

11 · Effekte: Erweiterung, nicht Original

Chorus, Delay und Reverb gehören nicht zur ursprünglichen Model-D-Klangerzeugung. Sie sind hier bewusst als nachgeschaltete Software-Effekte ergänzt. Wenn du den trockenen Charakter des Instruments kennenlernen willst, schalte zunächst alle drei aus.

Chorus erzeugt Breite durch leicht verzögerte und modulierte Signalkopien. Delay erzeugt Echos; Feedback bestimmt deren Wiederholungen. Reverb simuliert Nachhall, Size dessen räumliche Ausdehnung.

12 · Piano Roll, Gate, Velocity und Swing

Die Piano Roll ist ebenfalls eine Erweiterung dieser Browser-Version. Velocity ist die Anschlagstärke einer Note. Gate bestimmt, wie viel Prozent eines Sequencer-Schritts die Note gehalten wird. Kurzes Gate erzeugt staccatoartige Folgen, langes Gate stärker gebundene Noten.

Swing verschiebt abwechselnde Schritte zeitlich und erzeugt einen weniger geraden Groove. Die Zufallsmodi Soft, Groove und Crazy verändern nur die Noten des Patterns, nicht den Synth-Patch.

13 · Ein Patch in sinnvoller Reihenfolge

Für einen neuen Klang: 1. Effekte aus. 2. Nur OSC 1 einschalten und Range/Wave wählen. 3. OSC 2 hinzumischen und leicht verstimmen. 4. OSC 3 nach Bedarf ergänzen. 5. Cutoff und Emphasis einstellen. 6. Filter Contour formen. 7. Loudness Contour einstellen. 8. Drive/Feedback vorsichtig hinzufügen. 9. Erst danach Glide, Modulation und Effekte ergänzen.

Diese Reihenfolge macht hörbar, welche Model-D-Stufe tatsächlich für eine Klangveränderung verantwortlich ist.

14 · Voice Mode: MONO, POLY 4 und POLY 8

MONO entspricht dem klassischen Model D: Es erklingt nur eine Tonhöhe gleichzeitig, gespeist von allen drei Oszillatoren. POLY 4 und POLY 8 sind Erweiterungen dieser Browser-Version. Jede gleichzeitig klingende Note erhält eine eigene komplette Model-D-Stimme aus Oszillatoren, Filter und Contours.

Voice Stealing bedeutet: Sind bereits alle 4 bzw. 8 Stimmen belegt, wird die älteste Stimme weich beendet, damit eine neue Note spielen kann. In der Piano Roll können in den Poly-Modi mehrere Noten im selben Schritt liegen und als Akkord erklingen. Für klassische Minimoog-Bässe und Leads bleibt MONO meist die authentischere Wahl.

15 · Begriffe schnell nachgeschlagen

VCO: Voltage Controlled Oscillator, der analoge Grundoszillator. Ladder-Filter: die charakteristische transistorbasierte Filtertopologie des klassischen Instruments. Emphasis: Resonanz. Contour: Hüllkurve. Keyboard Tracking: Steuerung eines Parameters abhängig von der gespielten Tonhöhe. Portamento/Glide: gleitender Tonhöhenübergang. Feedback: Rückführung eines Ausgangssignals in eine frühere Stufe. Drive: gezieltes stärkeres Anfahren/Sättigen einer Audiostufe.

Entwickelt und zur Verfügung gestellt durch richy-schley.de :: Youtube Kanal Wanderlinse