Mit einem Teleobjektiv kommt man weit aber mit einem Teleskop und einer Digitalkamera (das nennt sich Digiskopie (mit Spektiv) oder Astrofotografie) kommt man weiter, sehr viel weiter! Allerdings kann man nicht einfach irgendein Teleskop nehmen und irgendeine Digitalkamera und auf gute Ergebnisse hoffen. Grundsätzlich eignen sich sogenannte "Refraktoren" (Linsenteleskope) mit einem Öffnungsverhältnis (Brennweite geteilt durch Öffnungsdurchmesser des Objektivs) größer als 10 besser für Planetenbeobachtung als Spiegelteleskope. Für sehr weit entfernte "Deep Sky" Objekte wie Nebel und Sterne eignen sich die "schnelleren" weil lichtempfindlicheren Spiegelteleskope wiederum besser.
Ein sehr gutes Buch über Teleskope: Das Astro-Teleskop für Einsteiger: Kaufberatung, Technik, Himmelsbeobachtung
Darunter fallen "Cassegrain", "Schmidt-Cassegrain", "Matsukow", "Newton" und "Dobson" Teleskope. Diese haben im Vergleich zu den Refraktoren (klassisches Linsenteleskop) weniger Tiefenschärfe und bilden naheliegende Planeten am Rand unscharf ab. Spiegelteleskope sind zwar sehr kompakt, dafür aber empfindlicher, was die Spiegeljustage angeht. Außerdem ist der Spiegel temperaturempfindlich und liefert eventuell unscharfe Bilder.
Da ich in erster Linie erstmal Planeten aus unserem Sonnensystem beobachten und fotografieren möchte habe ich einen Refraktor mit 800 mm Brennweite und 80 mm Öffnung gekauft. Das entspricht einem Öffnungsverhältnis von 10 (800 geteilt durch 80) und ist annehmbar. Das Modell heißt "DS-2080" und ist von Meade. Es hat einen vollautomatischen "Auto Goto" Mechanismus, der über eine Handheld Bedienung gesteuert wird und Himmelsobjekte selbst findet. Und das für einen Preis unter 300 Euro! Ich finde das bemerkenswert, zumal das Gerät fast nur aus Metall besteht, also ordentlich und stabil gebaut ist (ebenso das Stativ) und alles wunderbar funktioniert.
Ich werde in weiteren Kapiteln über die Montage einer Digitalkamera an ein Teleskop und vieles mehr berichten, auch wie man sich ein Teleskop selber baut!
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Nach dem Auspacken und Zusammensetzen des "Meade DS-2080" (15 Minuten) war ich gespannt ob es funktioniert...
Ich habe nun mein erstes Mondfoto mit dem "DS-2080" und der "Pentax K20D" im RAW Format gemacht (fokal, also ohne Objektiv) und bin schlicht überwältigt von der Bildqualität und Schärfe! Durch den "Cropfaktor" von 1,55 der Pentax (Brennweitenverlängerung) kommt auch ohne Okular eine Brennweite von 800 mm x 1,55 = 1240 mm zusammen. Das entspricht einem Vergrößerungsfaktor von 1240 / 32 (Normalbrennweite) = 38,75 Mit einem speziellen Okularadapter (noch in der Post) kann man jedoch wesentlich stärkere Vergrößerungen erreichen...
Das rechts abgebildete Teleskop (Celestron Teleskop AC 90/1000 Astromaster AZ) hat zwar keine Computersteuerung, ist aber optisch etwas dem "Meade DS-2080" überlegen und wird von Astronomen empfohlen. Der Preis ist sogar noch etwas niedriger. Für mehr Infos einfach auf das Bild klicken.

Die Landestelle der "Apollo 11" 1969 auf dem Mond. Schärfe und fehlende Farbsäume sind beispielhaft! Farbsäume sind bunte Randlinien, die bei minderwertigen Optiken entstehen. Dieses Bild kann in voller Auflösung bei Flickr angesehen werden!

Auch die Details werden wunderbar scharf und lassen das Fotografen-Herz höher schlagen!

Meine erste Nacht mit dem "Meade DS-2080" Refraktor... es war kalt! Aber die Erwartung schöner Bilder ließ mich die Kälte vergessen ;-)
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