Nun hatte ich mir schon einen sehr guten Weltempfänger (Sony ICF-2001D) gekauft und konnte trotzdem nicht viele Sender auf Kurzwelle empfangen. Auch die aktive Zimmerantenne brachte kaum Verbesserung. Dann schaute ich am Regenrohr vor dem Haus hoch und dachte "das wäre doch eine super Kurzwellen-Antenne!".
Übrigens empfange ich mit meinem Regenrohr auch Langwelle und Mittelwelle hervorragend. Zum Beruhigen des Signals ist eine (Eigenbau) Miracle Antenne nützlich.
Noch besser wird der Empfang mit einem zusätzlichen günstigen Kurzwellen-Antennenverstärker!
Gesagt, getan kaufte ich mir einige Meter Lautsprecherkabel und bastelte mir eine Verbindung zwischen Weltempfänger und Regenrohr. Die Idee dabei war eine Schlinge um das Regenrohr zu spannen, die stramm genug ist, um einen guten Kontakt zwischen Kabel und Regenrohr herzustellen. Das andere Ende des Kabels sollte mit einem Klinkenstecker versehen werden, den man dann ins Radio steckt. Übrigens habe ich mit einer Manschette aus Kupferblech (um das Regenrohr) experimentiert aber der Empfang hat sich nicht verbessert.
Um es vorweg zu nehmen: der Kurzwellen-Empfang ist jetzt umwerfend gut 

Einige Meter zweiadriges Lautsprecherkabel (je nachdem, wieviel Distanz überbrückt werden muss) und Lüsterklemmen.

Zunächst einmal werden die beiden Enden, die mit dem Radio verbunden werden sollen abisoliert. Vorsichtig mit einem scharfen Messer die Isolierung einmal rundherum einschneiden (möglichst nicht das Kabel verletzen) und dann abziehen.

Die freien Kabelenden mit etwas Lötfett versehen.

Die Kabelenden werden verzinnt. Durch das Lötfett fließt das Lötzinn besser.

Dies wird die Schlaufe, die um das Regenrohr geschlungen wird. Mein Regenrohr hat ca. 10 cm Durchmsser. Das ergibt einen Umfang von ca. 32 cm (Durchmesser mal 3,14). Ich setze die Markierung bei 38 cm. Man muss ja noch etwas Schwund durch das Verdrillen einkalkulieren.

Das lange Ende der Schlinge (38 cm) wird mit einem scharfen Messer vorsichtig abgeschält. Später wird es verzinnt. Das andere Ende der Schlinge wird auf ca. 5 cm gekürzt.

Das blanke Kabel der Schlinge ist jetzt noch sehr locker. Damit es straffer wird und sich besser verzinnen lässt wird es gleich verdrillt.

Das Kabel der Schlinge wird in den Schraubstock geklemmt und zwar dort, wo die Isolierung beginnt. Das andere Ende wird in das Bohrmaschinenfutter geklemmt. Das Kabel ganz leicht straff halten und die Bohrmaschine sehr langsam drehen, ca. 20 mal...

Das Kurze Ende der Schlinge und die Schlinge selbst werden verzinnt. Die Schlinge ist jetzt schön straff.

Das kurze Ende der Schlinge wird durch die Lüsterklemme geschoben. Später kommt das lange Ende der Schlinge in die zweite Öffnung der Lüsterklemme und die beiden herausstehenden Kabelenden werden ineinander verdreht, damit die Schlinge straff am Regenrohr sitzt.

Da ich noch eine DVB-T Buchse hatte und den dazu passenden Adapter mit Klinkenstecker löte ich die beiden Enden, die zum Weltempfänger gehen an der Buchse fest.

Nicht schön aber selten... Wenn du einen einzelnen 3,5mm Klinkenstecker hast brauchst natürlich nur den anzulöten. Kabel und DVB-T Buchse werden mit Textilklebeband umwickelt. Das schützt vor Feuchtigkeit und entlastet die Lötstellen.

Der eingesteckte DVB-T Adapter mit Klinkenstecker. Jetzt ist es fast geschafft!

Die Kabelschlinge wird um das Regenrohr gelegt, durch die Lüsterklemme geführt und mit dem anderen freien Ende verdreht. Die Kabelschlinge sollte möglichst guten Kontakt zum Regenrohr haben. Die Lüsterklemme wird zum Schutz gegen Feuchtigkeit mit Textilklebeband umwickelt.

Ich habe die Kabelschlinge zusätzlich mit Textilklebeband am Regenrohr befestigt, was den Kontakt erheblich verbessert und damit den Empfang. Außerdem ist das Kabel dann ganz gut gegen Korrosion geschützt.

Der Klinkenstecker der Regenrohr Kurzwellen-Antenne wird in die Buchse für die externe Kurzwellen-Antenne gesteckt. Der Empfang des Weltempfängers ist jetzt einfach gigantisch. Kein Wunder bei so einer gigantischen Antenne
Und das ganze hat mich nur 10 Euro gekostet!
Und hier ein echter "Regenrohrantennen-Experte" mit weitreichenden Informationen über Theorie und Praxis.
| Jens | 12.04.2011 10:06 |
| ich nutze hier eine 10m Regenrinne als Gegengewicht für den 10m Draht (mit Balun auf Koaxkabel) und erreiche damit LW+MW bis 49m eine Starke Verbesserung
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| Stefan | 02.12.2010 12:36 |
| Ich könnt mich so beeumeln (lachen). Aber wenn es funktioniert. Werd ich auch mal ausprobieren... Hochfrequenz geht manchmal komische Wege. Haha, ja das ist schon eine seltsame Lösung. Aber es funktioniert. Natürlich nur wenn das Regenrohr nicht aus Blei ist LOL. Viel Spaß beim Ausprobieren und erzähl mal, ob es was geholfen hat. Gruß, Richy
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Gruß, Richy